Analyse und Vor-Ort-Beratung in 25 Modellkommunen

1.  Hintergrund

Mit der Roadshow wird der Transfer von geeigneten Lösungsansätzen und Produkten verschiedener Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für eine Praxisanwendung in Kommunen gefördert. Die Ergebnisse stammen im Wesentlichen aus dem Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

In einem ersten Schritt werden hierfür in insgesamt sechs Veranstaltungen die für Kommunen als geeignet identifizierten Produkte aus der BMBF-Nachhaltigkeitsforschung sowie Strategien zur Überwindung von Hemmnissen, Umsetzung und Finanzierung vorgestellt und diskutiert.

Im zweiten Schritt haben 25 noch auszuwählende Modellkommunen die Möglichkeit, eine kostenlose Analyse und vor-Ort-Beratung durch Wissenschaftler zu erhalten. Hierbei werden aufbauend auf einer detaillierten Erhebung in den jeweiligen Kommunen und in enger Abstimmung mit den Entscheidungsträgern konkrete Umsetzungsstrategien für zukünftige Nachhaltigkeitsprojekte erarbeitet. Somit erhalten kommunale Entscheider und Umsetzer die Möglichkeit, ihre Kommunen verstärkt auf eine zukunftsfähige Entwicklung auszurichten. Um die kostenlose Analyse und Beratung zu erhalten, ist die Teilnahme an einer der sechs in Deutschland geplanten Roadshow-Veranstaltungen erforderlich.

Parallel dazu haben Jugendliche in allen teilnehmenden Kommunen die Möglichkeit, ihre Vision von Nachhaltigkeit in ihrer Kommune durch einen Videobeitrag im Rahmen eines Social-Media-Wettbewerbs darzustellen. Weitere Details hierzu werden auf der Projekthomepage veröffentlicht.

2.  Ablauf der Analyse und Beratung

a)  Ist-Analyse

In einem ersten Schritt erfolgen Analysen zu den in der Modellkommune (sowie ggf. angrenzendem Verflechtungsraum) maßgeblichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Strukturen sowie geplanten Entwicklungen in Bezug auf die mit der Roadshow betrachteten Themenschwerpunkte. Neben der Auswertung einer schriftlichen Kurzbefragung basiert dieser erste Analyseschritt auf Internet- und Telefonrecherchen.

Aufbauend auf dieser Bestandsanalyse werden die spezifischen Stärken, Schwächen und damit langfristig entstehende Chancen und Risiken sowie deren jeweiligen positiven und negativen Auswirkungen auf das Untersuchungsgebiet identifiziert.

b)  Vor-Ort-Check zur Identifizierung von  Handlungsfeldern und Auswahl geeigneter Lösungsansätze

Die Erfassung der Potenziale für nachhaltige Zukunftsprojekte sowie individueller Bedürfnisse der Kommunen erfolgt im Wesentlichen im Rahmen eines dreitägigen Vor-Ort-Termins. Aufbauend auf der vorangegangenen Recherche und Bestandsaufnahme werden vor Ort zunächst Einzelgespräche insbesondere mit kommunalen Entscheidungsträgern geführt (Bürgermeister, Stadt-/Gemeinderatsmitglieder, Werkleiter). Hierbei werden im gemeinsamen Diskurs aktuelle Handlungsfelder und geeignete Lösungsansätze (Produkte aus der BMBF-Nachhaltigkeitsforschung die im Rahmen der Roadshow-Veranstaltungsreihe vorgestellt wurden) identifiziert. Die diskutierten Themen berücksichtigen folglich die gesamte Bandbreite einer nachhaltigen Nutzung von Flächen und Kulturlandschaft, einer nachhaltigen Energieversorgung sowie Wasser- und Abfall- bzw. Ressourcenwirtschaft.

Nach der Identifizierung möglicher Lösungsansätze werden in Abstimmung mit den Kommunen die Handlungsansätze festgelegt, die im weiteren Verlauf zu umsetzungsfähigen Projekten vertieft werden.

Mögliche Anforderungen für die Auswahl der Projekte sind:

  • Anknüpfung an wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte der Kommune bzw. des Verflechtungsgebiets
  • Einbeziehung unterschiedlicher Zielgruppen und Fachrichtungen
  • Impulswirkungen für die Regionalwirtschaft
  • Finanzierungsquellen / Strukturen sind vorhanden (Umsetzungswahrscheinlichkeit)
  • Demonstrationscharakter für andere Kommunen im Bundesgebiet

c) Umsetzungsstrategien für die Kommunen

Die zuvor ausgewählten Projektansätze werden mittels Projektskizzen (ein bis zwei Skizzen je Kommune in Abhängigkeit der zu berücksichtigenden Inhalte) detaillierter beschrieben. Die Kurzbeschreibung der Projektidee umfasst eine argumentative Plausibilitätsprüfung hinsichtlich der Umsetzbarkeit des Projekts sowie Angaben zu möglichen erforderlichen Infrastrukturen bzw. Techniken, Akteuren, Größenangaben o. ä. Eine erste Abschätzung der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens und des damit verbundenen Investitionsvolumens wird vorgenommen. Darüber hinaus werden mögliche regionale Wertschöpfungseffekte – soweit möglich auch anhand quantitativer Aussagen (z. B. in Geldeinheiten oder nach Arbeitsplatzeffekten) – dargelegt.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden als kurzfristige Handlungsempfehlung soweit ausformuliert, dass diese der Kommune als Grundlage für einen Gremien-/Ratsbeschluss zur Umsetzung des Vorhabens dienen.

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung werden die erarbeiteten Umsetzungsbeispiele der Modellkommunen allen beteiligten Kommunalakteuren sowie einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

3.  Hinweise zum Bewerbungsverfahren

 Die Bewerbung als Modellkommune für die oben beschriebene Analyse und Beratung ist nach der erfolgreichen Teilnahme an einer der Roadshow-Veranstaltungen möglich. Die Bewerbungsunterlagen werden nach Abschluss der letzten Veranstaltung an die Teilnehmer gesendet bzw. auf der Projekthomepage www.roadshow-nachhaltige-entwicklung.de zur Verfügung gestellt (geplant: April 2019). Die eingehenden Bewerbungen werden durch IfaS ausgewertet. Die Auswahl der 25 Kommunen erfolgt durch einen Expertenausschuss auf der Grundlage zuvor festgelegter und veröffentlichter Kriterien.

Zur Vorbereitung der Bewerbung und gleichzeitigen Reflektion der vermittelten Inhalte aus der Veranstaltung werden nachstehende Leitfragen für einen Diskussionsprozess innerhalb der Kommune empfohlen:

  • Interesse an der Teilnahme zur Vor-Ort-Beratung: Was ist Ihre Motivation und Zielsetzung, sich als Modellkommune zu bewerben?
  • Stand der nachhaltigen Entwicklung in der Kommune: Welche Aktivitäten bzw. Umsetzungen erfolgten bereits oder sind geplant (Leitlinien, Strategien, Konzepte, umgesetzte Projekte)?
  • Besondere Rahmenbedingungen: Welche Handlungsfelder stehen aktuell oder zukünftig im Fokus der Kommune? In welchem Bereich besteht besonderer Handlungsdruck?