Methodik zur zielorientierten Anpassung von Abwassersystemen

Handlungsfeld:Abwasser

Maßnahme:Planung

Verbundvorhaben:KURAS

Hintergrund

Nur mit einer funktionierenden Abwasserinfrastruktur können Kommunen eine hygienisch einwandfreie und dem Umwelt- und Überflutungsschutz entsprechende Abwasserableitung und -behandlung sicherstellen. Angesichts bestehender und zukünftiger Herausforderungen wie Klimawandelfolgen und das sich verändernde Wassergebrauchsverhalten wurden Handlungsempfehlungen für den Betrieb, den Ausbau und die Anpassung urbaner Abwasserinfrastrukturen an die Zukunft formuliert.

Produktbeschreibung

Mit dem durch das BMBF geförderte Vorhaben KURAS wurde eine Methodik zur zukunftsorientierten Anpassung von Abwasserinfrastrukturen entwickelt. Um die Umsetzung und Übertragbarkeit der Methodik sicherzustellen, wurde diese in einem übersichtlichen Leitfaden zusammengefasst. Die KURAS-Methodik berücksichtigt nachfolgende Aspekte:

  • Definition von gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, Wirkungsfeldern und Zielen
  • Definition von Bewertungsindikatoren
  • Abgrenzung der zu betrachtenden Subsysteme (Oberfläche, Kanalsystem, Pumpsystem und Kläranlage)
  • Untersuchung und Bewertung von Anpassungsmaßnahmen mit unterschiedlichen Untersuchungswerkzeugen
  • Kombination der individuellen Anpassungsmaßnahmen zu ganzheitlichen Anpassungsstrategien auf Grundlage einer integrierten Systembewertung
  • Bewertung der entwickelten Anpassungsstrategien anhand von Zukunftsszenarien
  • Entwurf einer risikobasierten Bewertungsmethode zur vergleichenden Bewertung der entwickelten Anpassungsstrategien

Rahmenbedingungen

Um gezielte und mit lokalen Anforderungen und Herausforderungen verknüpfte Anpassungsstrategien entwickeln zu können, müssen die Ansprüche und prioritären Handlungsnotwendigkeiten (Wirkungsfelder) identifiziert werden. Darauf aufbauend ist eine GIS-gestützte Bestands- und Schwachstellenanalyse durchzuführen. Eine wichtige Rolle spielen dabei statische Infrastrukturdaten, Betriebsdaten zum Umgang mit dem System, georeferenzierte Informationen zu Problemausprägungen sowie dynamische Mess- und Simulationsdaten zu lastfallabhängigem Verhalten des Systems.

Nutzen für die kommunale Praxis

Durch Anpassungsmaßnahmen in der Abwasserinfrastruktur sowie deren integrierte Bewertung und Kombination, lassen sich negative Auswirkungen wie Mischwasserüberläufe, der Überstau der Kanalisation und erhöhte Ablaufwerte auf der Kläranlage deutlich vermindern. Die entwickelte KURAS-Methode erlaubt eine gezielte Auswahl von sehr unterschiedlichen Anpassungsstrategien hinsichtlich konkreter Problemstellungen. Sie kann damit als Tool und Entscheidungshilfe einer integrierten Planung für Städte genutzt werden:

  • Berücksichtigung und Bewertung von Effekten, die über die primären Ziele der Einzelmaßnahmen hinausgehen
  • Nutzung von entstehenden Synergien und der Vermeidung von negativen Wechselwirkungen von Teilsystemen
  • Verbesserte Anpassung urbaner Abwassersysteme an den Veränderungsdruck, wie die Folgen des Klimawandels, demografische Entwicklungen und das sich ändernde Wassergebrauchsverhalten

 

 

 

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen
Technische Universität Berlin
FG Fluidsystemdynamik
Telefon: +49 30 314-25262
E-Mail: paul-uwe.thamsen@tu-berlin.de

Projekthomepage
http://kuras-projekt.de/