Agrophotovoltaik-Anlage zur ressourceneffizienten Landnutzung

Handlungsfeld:Energie

Maßnahme:EE-Stromerzeugung und Flächeneffizienz


Verbundvorhaben:Innovationsgruppe APV-RESOLA

Hintergrund

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen (PV-FFA) sinken kontinuierlich. Experten erwarten, dass solche Anlagen schon in etwa fünf bis acht Jahren auch ohne finanzielle Förderung durch das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) wirtschaftlich werden. Dies bedeutet Rückenwind für die Branche sowie für das Gelingen der Energiewende insgesamt. Allerdings wird der ländliche Raum damit auch vor neue Herausforderungen gestellt – unter anderem durch eine steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen. Die Folgen sind eine Zunahme der Konkurrenz zwischen Land- und Energiewirtschaft sowie eine Erhöhung der Pachtpreise.

Produktbeschreibung

Mit dem Produkt „APV-RESOLA“ wird eine optimierte Form von Photovoltaik-Anlagen beschrieben, bei der neben der Sttomerzeugung auch die landwirtschaftliche Fläche zum Nutzpflanzenanbau erhalten bleibt. Dabei werden erstmalig unter Realbedingungen die wirtschaftlichen, technischen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte der Technologie an einer Pilotanlage wissenschaftlich untersucht. Nach Abschluss des Projekts im Jahr 2019 wird ein Innovationskonzept vorgelegt, das als Handlungsleitfaden für den Bau weiterer Anlagen dienen soll. Für die Landwirtschaft bietet sich die Möglichkeit unabhängiger Stromerzeugung. Zusätzlich zu Kosteneinsparungen durch Eigenverbrauch ergeben sich neue Verdienstmöglichkeiten durch die Einspeisung des selbsterzeugten Stroms in das lokale Versorgungsnetz. Zukünftig ist es denkbar, die APV mit neuen Technologien wie Stromspeichern zu kombinieren und die Nutzung der erzeugten Energie auf Landmaschinen und andere Fahrzeuge auszuweiten.

Rahmenbedingungen

  • Pilotprojekt existiert bei der Hofgemeinschaft Heggelbach (Herdwangen, LK Sigmaringen)
    • Anwendbar überall dort, wo Ackerflächen existieren und angrenzend eine Direktstromnutzung möglich ist (z.B. Gewerbegebiet mit Gebäuden ohne PV-Dachanlageneignung)
    • Wirtschaftlichkeit steigert sich, sobald der gesetzliche Rahmen sich ändert (EEG-Vergütung / EU-Recht)
  • Zusätzliche Eignung zukünftig zu erwarten, da die Kosten für PV-Anlagen stetig zurückgehen

Nutzen für die kommunale Praxis

  • Produktion von EE-Strom (Beitrag zum Klimaschutz)
  • Vermeidung von möglichen Flächenkonkurrenzen zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energieerzeugung
  • Förderung der Wertschöpfung in der Region und der ländlichen Entwicklung durch neue, ökonomisch tragfähige Bewirtschaftungsmöglichkeiten und Betriebszweige für Landwirte, Gemeinden und kleine und mittelständische Unternehmen

APV-RESOLA

Kontakt
Stephan Schindele
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Tel.: +49 (0)761 -4588 5961
E-Mail: stephan.schindele@ise.fraunhofer.de

Projekthomepage
http://www.agrophotovoltaik.de/